In den Ergänzungen finden sich weiterführende oder nähere Beschreibungen, die aufgrund des Platzes nicht mehr im Buch gedruckt werden konnten.
Ergänzungen zu Kapitel 3.8: Verwendungsgebiete für “haben”
Schlagwörter: Bitten/Wünsche/Forderungen
Ein Einsatzgebiet von haben, das hier im letzten Absatz als “umgangssprachlich” markiert wurde, soll - zum besseren Verständnis - an dieser Stelle nochmals etwas hervorgehoben werden.
In Kapitel 4.6 wird haben auch für Ausdrücke von Bitten/Wünschen/Forderungen verwendet.
Ich hätte gerne etwas. - I hanü gera saleas.
Ich würde gerne etwas haben. - I lai hana gera saleas.
Ich hätte gerne ein Haus. - I hänü gera ána hus.
Dies drückt zwar den Wunsch nach einem Besitz aus, doch ist das an dieser Stelle erlaubt, auch wenn haben nicht für Besitzanzeigen eingesetzt werden kann.
Entscheidend ist, dass für beide Fälle nicht die Infinitivform genommen wird, sondern die Konjugationsformen: hanü (Gegenwart) und lai hana (Zukunft). Dies gilt auch, wenn zuvor ein konjugiertes Verb (könnte, dürfte usw.) in der Aussage steht:
Ich könnte ein Haus haben. - I kenanü han ána hus.
Man ist also noch nicht im Besitz des Objektes. Sobald eine Aussage getroffen wird, darf haben nicht mehr verwendet werden!
Ich habe ein Haus. - I mifóndasan ána hus. (wörtlich: “Ich besitze ein Haus.”)
Alternative, selten verwendete, Form bei inalienablen Besitz: Ich habe Schnupfen. - Onmia sai olefaktos. ("An-mir sein Schnupfen.")
Für diesen Fall ist han wesentlich gebräuchlicher: I han olefaktos. (dieses “Leiden” ist auch ein Abstraktum wie Zeit, Gefühl, Hunger usw.).
Ergänzungen zu Kapitel 3.8: Sein und haben / Nominalsatz
Schlagwörter: Adjektive, Satzstellung (Seite 79), Befehlsform, Prädikativkonstruktionen, attributive Konstruktionen
Aussagesätze können im Deutschen auch verkürzt dargestellt werden. Diese Form findet man meist auf Hinweisschildern, wo mehr auf Direktheit geachtet wird.
Da im Patrievischen Adjektive immer nach dem Substantiv stehen, muss eine solche Verkürzung mittels der Imperativformen umschrieben werden.
Folgendes Beispiel soll die Thematik veranschaulichen.
Attributive Konstruktion (Nominalphrase)
verbotener Zutritt - Togátsa nirakassa
Es ist zu vermerken, dass solche attributiven Konstruktionen im Deutschen sehr formell klingen und daher mehr im schriftsprachlichen Gebrauch anzutreffen sind, als in der Umgangssprache selbst.
Zumal ist die Handlung des Eintretens verboten, wonach der “Zutritt” nicht als Objekt oder Ort angesehen werden sollte.
Satzbeispiel:
Hinter der Tür gab es noch einen verbotenen Zutritt. - Hinta as tíra eçea gívenu no ána togátsa nirakassa.
Prädikativkonstruktion
Zutritt verboten!
verkürzte Form von: Der Zutritt ist verboten. - As togátsa sai nirakas. ("sai" darf nicht weggelassen werden)
Äquivalente patrievische Übersetzung mittels Imperativformen: Togátsa pênirakas! | Togátsa nirakastea!
Hier ist die zweite Option gebräuchlicher, da diese förmlicher ist.
>> Gebrauch: Buch S. 244 (Verkehrsschilder)
Erklärung: Uhrzeiten
Nachstehend eine Grafik, welche die Benennung der Uhrzeiten besser klären soll.
Startzeitpunkt ist hier 03:00 Uhr.
